Die Geringschätzung der Frauen und die Verfolgung der Schwulen haben eine gemeinsame Quelle, meist Patriarchat genannt, aber wo ist die Quelle dahinter?

Sind es die aramäischen Wurzeln der ägyptischen Pharaonen als eifersüchtiger Sonnengott, sind es die jüdischen Distanzierungsbilder, die sich in den faschistischen Herrschaftsträumen widerspiegeln?

Das 1000-jährige Reich, das „3.Reich“, die Trump- Vance und Peter-Thiel-Vorstellungen zu Armageddon und dem „Aufhalter“ der Apokalypse, die dem verheißenen ewigen Reich des Friedens vorausgeht, dem „Jüngsten Gericht“, an dem „Gut und Böse“ geschieden wird, die große Abrechnung?

Die Antiquiertheit des Denkens

geht durch alle Religionen, und sie berufen sich auf ihre heiligen Traditionen, um nicht sehen zu müssen, was sie anrichten: Aufrüstung und Kriegsvorbereitung, Waffen segnen und Mordausbildung.

Sehr viele Bilder zu Verhaltensweisen vor allem im Familiengeschehen und um den Sinn des Lebens und Sterbens sind aus uralten Traditionen, und die Besitzenden und Herrschenden hatten immer die Passenden Argumente, unter denen andere zu leiden hatten: Frauen in ihren Rollen und Zwängen, ledige Schwangere und Menschen, die nicht in der Familienordnung ordemtlich ihren Platz fanden.

Es gab dann immer ein paar Berufe, die in Frage kamen, vom Kleriker bis zur Ordensfrau, von der Hebamme bis zum einsamen Gelehrten, dazwischen „ehrlose“ Schauspieler und „Fahrendes Volk“.

Zwischenstufen

Was Magnus Hirschfeld begonnen hatte bezog sich auf viele Vorreitende wie Oscar Wilde und Crisperanto hätte ich beinahe gesagt, gemeint ist Quentin Chrisp, und auch viele weibliche Figuren deren Tradition die lesbische Fraktion pflegt. Crisperanto hieß eine Theatercollage von Thomas Kylau über Quentin Chrisp.

Zu den Zwischenstufen kommen die intersexuellen Menschen, die zwischen den Moden, den Rollen in Feminismus und Maskulinismus ihre Situation, ähnlich den Asexuellen zu finden haben, zwischen Hormonen, zwischen Operationen, zwischen Kleidung und bürokratischer Fehleinschätzung bis hin zu behördlichen Bevormundungen durch pseudochristliche Innenminister

Magnus Hirschfeld war als Arzt nahe bei seinen Klienten und Patienten und im Gespräch mit der Polizei stellte als erster Transvestitenausweise für Menschen aus, die lieber in der Kleidung des anderen Geschlechts auftraten, was bis heute eine neu erscheinende Geschichte, aber des beginnenden 19. Jahrhunderts ist und viele Vorgeschichten zwischen KlerikerInnen und SoldatInnen kennt.

Zwischenstufen hieß auch eine Zeitschrift, die Magnus Hirschfeld mit dem Verleger Max Spohr und in einem Umkreis in Berliner aber auch Münchner Kreisen des Wissenschaftlich Humanitären Commitee vertrieb, und auch in mehreren anderen Städten finden sich Menschen, die zwischen medizinischen und persönlichen Themen, zwischen Homosexualität und der damaligen Verfolgung der männlichen, oft unter dem §175 des preussischen Strafrechts, dann im ganzen dt. Reich von Erpressungen belasteten Beziehungen und den medizinischen Themen der Menschen lagen, die nach ihrem Selbstverständnis in ihrem Leben suchten.

Diese Selbstverständigung aller, die nicht in die heterosexuelle Norm passen, Kinder-Küche-Kirche, ist ein Anliegen der Aufklärung geblieben das bis heute in unserer Gesellschaft nicht wirklich angekommen ist gegen die religiöse überformung in alten faschistischen Weisen von männlich weiblich autoritär eingepresst, es gibt kein gendern in den christlichen Parteien wie schon die Kanzlerin die Ehe für alle lange unterlaufen hat.

Auswege aus allen Dilemma

Neue Begriffe und Lebensweisen

Seit dem Musical „Hair“ auch künstlerisch präsentiert und in vielen Bezügen hoch aktuell: Vietnam damals ist heute Iran und die Ukraine,

Die Nacktheit im Theaterstück wurde hierzulande immer nur falsch interpretiert, weil die Sexwelle dazu verführte: Im Original war es eine nackte Demo, als die Polizei in den Vietnam-Friedensdemos immer behauptete, von den Studenten angegriffen worden zu sein, gab es eine erste nackte Demo!

Wandervogel und Lebensreform

wurden von den Nazis sehr schnell aufgenommen und ins militärische pervertiert, das selbstorganisierte Ausflugs- Reise- und Lagerleben mit Gitarre und Liedgut nationalistisch geladen,

der §218 und die Sexualaufklärung – auch als Verhütung wurden verteufelt, die Abtreibung zur Sünde und zum Mord erklärt, nicht der Krieg …


Anderes Ufer hieß ein Cafe in Berlin, das ja viele Ufer hat …

Ein Buch von Norbert Reck: Die Erfindung der Homosexualität und ihre Folgen.

Ein Artikel zum Thema: Kein jüdisches Problem. Beobachtungen zum Verständnis von Homosexualität in Judentum und Christentum 01.03.2025 | Norbert Reck auf Academica

  • I. Die Antike kannte keine „Homosexualität“
  • II. Die Gebote im Buch Levitikus
  • III. Die Sodom-Legende
  • IV. Sexualität im Römischen Reich
  • V. Paulus, Josephus, Philon und andere
  • VI. Spätantikes und mittelalterliches Judentum
  • VII. Zunehmend ein christliches Problem
  • VIII. Von der Sodomie zur Homosexualität
  • IX. Der feste Glaube ans Anderssein
  • X. Neue Denkwege

Vor allem aber war es der Psychoanalytiker Sigmund Freud, der nach Jahren der Therapiesitzungen mit zahlreichen Klienten keinen Sinn mehr darin sehen konnte, zwischen den Einen und den Anderen zu unterscheiden. Im Jahr 1915 fügte er in die Neuauflage seiner Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie die Anmerkung ein:

Die psychoanalytische Forschung widersetzt sich mit aller Entschiedenheit dem Versuche, die Homosexuellen als eine besonders geartete Gruppe von den anderen Menschen abzutrennen.

Indem sie auch andere als die manifest kundgegebenen Sexualerregungen studiert, erfährt sie, daß alle Menschen der gleichgeschlechtlichen Objektwahl fähig sind und dieselbe auch im Unbewußten vollzogen haben.“

Der letzte Absatz:

Gerade der Blick auf die Bibel kann lehren: Die Menschheit war schon einmal weiter als unsere sich wissenschaftlich wähnende Gegenwart. Aber genau deshalb ist ihr Fall auch nicht hoffnungslos.

Die Aufgabe, vor der wir heute stehen, liegt darin, die Vielfalt aller menschlichen Verhaltensweisen nicht irgendwelchen Gruppen von Anderen zuzuschreiben, sondern als Gemeingut aller Menschen zu verstehen. Es gilt zu lernen, Vielfalt und Gleichheit als Einheit zu denken, nicht als Gegensatz.


Dr. Norbert Reck ist katholischer Theologe (Dr. theol.) und freier Autor. Er ist Mitglied im Gesprächskreis Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken und interessiert sich vor allem für die Überwindung der christlichen Judenfeindschaft und für die emanzipatorischen Potenziale der biblischen Schriften.

Zuletzt erschien von ihm »Der Jude Jesus und die Zukunft des Christentums. Zum Riss zwischen Dogma und Bibel. Ein Lösungsvorschlag« (Grünewald, 3. Aufl. 2021), sowie „Kein anderes Ufer. Die Erfindung der Homosexualität und ihre Folgen“ (Grünewald 2024).

Norbert Reck: Kein anderes Ufer. Die Erfindung der Homosexualität und ihre Folgen. Anstoß zu einer notwendigen Debatte, Ostfildern: Grünewald Verlag 2024 176 Seiten Preis: 20,- € Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: https://amzn.to/4hyyWDD

Die Zweiteilung der Welt. Zu den Ursachen homophober Gewalt. Norbert Reck 2024, MERKUR, 78. Jg., Nr. 901, Juni

Amor und Psyche sowie Selbsthilfe und gemeinschaftliche_forschung sowie Gestalt und sozialforschung oder queere Bildung und Windhorse

georg fairmuenchen
georg fairmuenchen

an geschichtsarbeit interessiert, seit ich die Urgründe der Demokratie als immer wieder angegriffene und verfälschte Geschichte entdeckt hatte:

Schon Konrad Adenauer hatte gelogen, als er aus Amerika zurück kam und vor dem Parlament behauptete, keine Wiederbewaffnung zu planen … 1950er Jahre unnd der Kampf gegen die Aufrüstung durch alte Nazis.

5 Beiträge
0 Folgende